In seinem aktuellen Newsletter warnt Hans-Josef Fell vor der gerade anlaufenden neuen Kampagne der "Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft" (INSM), einer einflussreichen Lobbyorganisation, die die Interessen der großen Konzerne der deutschen Wirtschaft vertritt.

Bereits Ende 2014 informierten wir unter dem Titel "Unabhängige Meinungsbildung?" über die Einflussnahme der Organisation, gestützt auf die Recherchen von Tina Ternus.

Lesen Sie den aktuellen Warnruf von Tina Ternus und wie sie mit ihrer langen detailreichen Erfahrung eine mögliche weitere Entwicklung der neuen Antiklimaschutzkampagne der INSM einschätzt. Ihre Einschätzung folgt aus der genauen Beobachtung mehrerer zurückliegender INSM-Kampagnen: Weiterlesen

 

Es steht außer Frage: Unser Mobilitätsverhalten trägt maßgeblich zum Verfehlen der Klimaschutzziele bei. Daran muss sich Grundlegendes ändern - mehr als nur der Umstieg von fossilen Antriebsaggregaten auf elektrische, idealerweise mit Ökostrom gespeiste Motoren.

Angesichts dessen ist die Energie, die manche E-Mobilitätskritiker an den Tag legen, erstaunlich. Denn selbst größten Optimisten ist klar: der Umstieg auf E-Autos erfolgt nicht schlagartig von heute auf morgen. Eigentlich ist für viele bereits jetzt mit dem aktuellen E-Auto- und Ladepunktangebot der Einstieg in die E-Mobilität möglich und bezahlbar. Wer hat Interesse, den Trend aufzuhalten und Umstiegswillige zu verunsichern?

Aktuelle Beitrage greifen die immer wieder gerne bedienten Mythen der E-Auto-Kritiker auf.

Ein Beitrag in der Wirtschaftswoche, die keineswegs im Verdacht steht, allzu industriekritisch zu sein, entschlüsselt "falsche Zahlen" und "steile Thesen" von prominenten Kritikern, die Elektromobilität für „einen verheerenden Irrweg“ halten: E-Auto-Mythen: Was ist dran an den Thesen der Kritiker?

Sehr interessant auch folgender Beitrag: Prof. Lesch, die Atacama-Wüste und das ZDF/Planet e – nachgehakt

Auf elektrive.net, dem Branchendienst  für Elektromobilität, ist ein Beitrag veröffentlicht zu einem weiteren immer wieder gerne bedienten Vorurteil.
Mythos Sondermüll: Batterie-Recycling funktioniert! Untertitel: Die Endverwertung von Batterien ist zwingend notwendig und technisch machbar.

Wer sich noch ausführlicher und umfassender mit dem Thema auseinandersetzen will, findet hier interessante Denkanstöße und Argumentationen: Warum die Zukunft elektrisch fahren wird...

 

Was hat der Klimawandel und der Rückgang der Artenvielfalt mit unserem Essen zu tun? Wer ist verantwortlich für den Hunger auf der Welt? Welche Rolle spielen dabei die Konzerne? Wie kommt die komplexe Abhängigkeit zwischen dem globalen Süden und dem globalen Norden zustande?

Angesichts der in Teilen sehr unsachlich geführten Auseinandersetzung in der lokalen Presse um das Für und Wider von Windkraftanlagen (WKA) im Ebersberger Forst bezieht der Arbeitskreis Energie Oberpframmern Stellung:

Der AK Energie Oberpframmern fordert dazu auf, die Diskussion zum Ausbau der Windenergie ergebnisoffen, strikt faktenorientiert und vor allem zielgerichtet zu führen. Zielgerichtet heißt, einen möglichst breit angelegten Konsens zu finden. Erst am Ende eines fair abgelaufenen Prozesses stehen die konkreten Maßnahmen zur Umsetzung, die mit „Maß und Ziel“ ins Auge zu fassen sind, und die können je nach betrachtetem Standort die Befürwortung der Errichtung einer WKA als auch deren Ablehnung bedeuten. Wesentlich ist aber auch, dass diese Entscheidungen überhaupt getroffen werden.

Die wesentlichen Fakten zur Entscheidungsfindung sind:

1         Die Datenlage zur globalen Erwärmung könnte kaum erdrückender sein. Kohlendioxid und Methan erwärmen unsere Atmosphäre. Nur eine forcierte Dekarbonisierung, d.h. Beendigung der Verbrennung von fossilen Energieträgern und Ausbau von regenerativen Energiequellen, kann den weiteren Anstieg von Treibhausgasen in der Atmosphäre einbremsen.

2         Trotz Kenntnis der Ursachen und ausreichender Handlungsoptionen läuft der Menschheit die Zeit davon. Nach wie vor stoßen vor allem die Industrieländer zu große Mengen des Treibhausgases CO2 aus. Klimaforscher sehen ein Fenster von nur noch zwei Jahrzehnten, in dem die Erderwärmung effektiv beeinflusst werden kann. Wir sind in der Pflicht, jetzt zu handeln. Doch in allen relevanten Bereichen – Verkehr, Wärme und Strom – passiert viel zu wenig. Wir überlassen unseren Kindern eine Erde mit massiven Klimafolgen. Wir alle müssen handeln - und zudem deutlich forcierter als bisher. Dazu gehört auch, dass die Politik endlich konsequent die Voraussetzungen schafft und Maßnahmen ergreift, um ihre nationalen Klimaschutzziele und das Klimaabkommen von Paris einzuhalten.

3         Momentan befinden wir uns in einem Zustand, in dem in einem Teil der Republik Wälder gerodet und Ortschaften geschleift werden (Kölner Becken und ostdeutsche Braunkohlegebiete), um Strom mit hohem CO2-Eintrag zu produzieren, der in anderen Teilen der Republik (u.a. durch Windkraft) erzeugt werden könnte. Zum forcierten Handeln gehört zwingend, alle Möglichkeiten einer dezentralen Energiewende auszuschöpfen. Jede Region muss Verantwortung übernehmen. Es ist inakzeptabel, die Erzeugung von Energie, die wir verbrauchen, anderen Regionen aufzubürden. Zu einer verantwortungsvollen Energiepolitik gehört auch, in einem abgestimmten Maß Veränderungen zu akzeptieren. Alle Veränderungen ‒ dazu zählen auch erforderliche Stromtrassen infolge eines „Energiekolonialismus“ ‒ anderen Regionen zu überlassen ist unfair. Diese Art der Sankt-Florians-Politik lehnen wir ab.
Eine dezentrale Energiewende bedeutet zugleich die Chance, dass jede Region von der regionalen Wertschöpfung der Energiewende profitiert.

4         Der Landkreis Ebersberg hat mit einem Energienutzungsplan und einem Meilensteinplan die Potenziale und die erforderlichen Maßnahmen aufgezeigt. Die Umsetzung von Klimaschutzzielen – einer der größten und notwendigsten Herausforderungen unserer Zeit – ist möglich, wenn alle Potenziale ausgeschöpft werden. Dazu gehört zwingend die Errichtung von Windkraftanlagen.

5         Die Konzentrationsflächenplanung aus dem Jahr 2013 zeigt mögliche Flächen für die Errichtung von WKAs in den Gemeindegebieten im Landkreis Ebersberg auf. Die Konzessionsflächen­planung wurde in einem Prozess entwickelt und im gesellschaftlichen Konsens abgestimmt. Durch die 10H-Regelung aus dem Jahr 2014 erfordern manche der möglichen Standorte einen positiven Gemeinderatsbeschluss. Fakt ist auch, dass im Zuge eines Genehmigungsverfahrens für einen Standort eine „spezielle artenschutzrechtliche Prüfung“ (saP) erfolgt und damit alle Belange des Naturschutzes maximal berücksichtigt werden. Selbstverständlich prüfen Banken im Vorfeld einer Finanzierung die Wirtschaftlichkeit einer jeden Windkraftanlage.

Was heißt das nun für jeden einzelnen in unserer Gemeinde wie auch in jeder anderen Gemeinde?

Wir müssen uns in Anerkennung der Fakten unserer Verantwortung stellen und eine Entscheidung treffen: Ist die Errichtung einer WKA auf dem Gemeindegrund zu befürworten? Ist sie besser abzulehnen? Unabhängig von der Urteilsfindung ist die eine wie die andere Entscheidung fundiert zu begründen.

Unabhängig von der Diskussion um Windkraft sind wir es nachfolgenden Generationen schuldig, alle Möglichkeiten einer dezentralen Energiewende voranzutreiben und auszuschöpfen – angefangen mit einem Überdenken der täglichen Routinen, des Mobilitäts- und Konsumverhaltens bis zur Solaranlage auf jedem geeigneten Dach.

Im Namen des Arbeitskreises Energie Oberpframmern

Bärbel Zankl                      Andreas vom Felde                       Martin Schreiner

 

Bei der Bürgerversammlung 2017 konnten die Pframmerner Besucher einen Fragebogen zu verschiedenen Mobilitätsthemen ausfüllen. Das Ziel des Arbeitskreises Energie war, zu den Themenbereichen Autoteilen, Elektromobilität, Mitfahrbänke und Radfahren ein Stimmungsbild aus unserer Gemeinde zu erhalten, um in der weiteren Arbeit die „richtigen“ Maßnahmen anzupacken.